necessary intellectually charging tendency

DIESE WAHL 26M ZUM GEMEINDERAT FREIBURG

  1. Die mehrfache substanzielle Behinderung unserer Öffentlichkeitstätigkeit durch (Landes)Polizei und „Stadt Freiburg“ hatte ein nur theoretisch für denkbar gehaltenes Ausmass erreicht. So posaunen diese etwas von Rechtsstaatlichkeit in die Welt, während sie „als Staat“ dieses Posaune nach Gutdünken biegen und brechen, als ob sie den Beweis ihrer Widersprüchlichkeit anzutreten hätten. Ein anregendes Vorbild. So ganz selbstverständlich nach Bauchgefühl oder bedingt vorsätzlich wird mit billigen Ausreden schon leicht Andersartiges ausgerottet. Interessant und sehr anschaulich für den Nachwuchs, der im Vorfeld der Wahl bereits die polizeilich selbstherrliche Lunte roch. Mal schaun, was die Judikative sagt.
  2. Ein weiterer Grund, warum mehr Leute aus unserer „Erkenntniswelt“ nicht und nicht NICHT gewählt haben, könnte sein, dass sie es niemand zumuten wollten, die Energie dort zu verwenden, um Aufklärung und Verunsicherung ohne grosse Wirkungsaussichten zu betreiben oder sich in einem Raum zusammen mit der Ekelei der AfD aufzuhalten. Danke.
  3. Neben anderen kleinen Gründen könnte einer für eine Zurückhaltung gewesen sein, dass unsere Äusserungen nicht wirklich verstanden wurden oder werden wollten. Auf ein twitter-Niveau wollten wir aber nicht runter. Das passt eigentlich so. Oder die Person, die bei einem halböffentlichen Termin meinte:“ Ja, ich habe von der Liste gehört. Aber,... was ich gar nicht kenne, das interessiert mich nicht“. Auch das passt so.
  4. Der „Wahlkampf“, der war ein selfie. Zwischen und gegenüber den kandidierenden Listen gabs eher unausgesprochen den Konsens: Kein direkter inhaltlicher battle, keine Konfrontation am Tisch. Keine Konflikte in die Dorfgemeinschaft tragen. Bloss nicht. Man könnte das Gesagte womöglich als Worthülse enttarnen und ausserdem möchte man ja beim nächsten städtischen Ball nicht abseits stehen. Im Gemeinderat hast ja auch nur ne Minute. Maximal ein Grundschulpost mit pic vom afdler, nem f**AfD und sich natürlich; cooles selfie, ey. Und auch sonst, nur Weichgespültes und Heruntergebetetes. Haben Sie ein Tattoooo?
  5. In der Gesamtschau gabs nen Banalisierungs- und Verblendungsruck. Entpolitisierte Gümmimassen, die antiquierte Studisprüche wie „Wir sind hier, wir sind laud, weil man uns die Zukumpfd glaud“ aus der Vereinfachungskiste holen, machen kapitalismusunkritisch „Bäume umarmend“ bei irgendwie Grün das Kreuz und blenden deren heimatbürgerliche Schwärzung aus und nur bei viel Glück landen diese nicht bei der hamasfreundlichen Antisemitismussolidarität wie die damals arbeitslos gewordene Friedensbewegung. Und dort wählt jung jung, weil jung und egal, ob emanzipativ oder wie beim NochRat mit Völkischem kumpaneiend. Oder die womöglich junge Nummer 2 Simon S., die als Gast auf urban uns u.a. AntifaschistInnen und diese AfD spiessbürgerlich in einen Atemzug setzt und zu meinen vorgibt oder sich zum post verwenden lässt, beide kandidierten nur aus Spass. So viel PoWiBachelorKindergartenMuttersöhnchen treibt einen zur Forderung, das Wahlalter doch auf mindestens 21 hochzulegen. Aber solche dumpfe Harmlosigkeit in den Ratreihen ist dort gern gesehen. Standards unkritisch nachbeten lassen, als Quotennummer in den hinteren Reihen Platz nehmen lassen und als Dank einen kleinen Skatepark schenken.
  6. In einem bürgerlichen Schema gedacht gab es einen „Rechtsruck“. Genauer gesagt gab es aber gruppenübergreifend eine leichte Stärkung des traditionskonservativiberalen Lagers (incl. Grüne) gegenüber dem sozialbürgerlichdemokratischen Lager (incl. GAF). Die CDU weiss jetzt, wieviele ihrer WählerInnen schon immer eher bei der Afd zu suchen waren, die SPD weiss jetzt um ihre Substanz. Für eine dritte „grüne“ Gruppierung (urban) gabs neben der GAF trotz massiv aufgefahrenen lokalpatriotisch verpackten Marketings überraschend wenig Platz.
  7. Konkliktträchtige stadtpolitische Themen wurden (ausser von uns) kaum aufgetischt. Man wollte in die Breite, in die Mitte, etwas Farbtupfer setzen. Das Soziale in Nebensätze gepackt, das Klientel bedienen, Hauptsache dabei sein und sich damit fast nur über quantitative „Forderungen“ leicht unterscheiden. „Einfachwohnungen“ (Wohnqualität), der öffentliche Raum (Kontrollieren, Füllen oder bespielen lassen), Kulturverständnisse, Platz der alten Synagoge (Erinnerungspolitik), gefühlte Sicherheit … all dies wurde maximal am Rande tangiert. Überall nur etwas Praxis, anstatt zuvor notwendige Diskurse. Welch Armut.
  8. Ob Wahlwiederholung oder nicht: Für die nächsten 5 Jahre heisst das: Keine Abschaffung des KOD, der Dezernent bestimmt, welch Umgang mit dem Platz der alten Synagoge zu tun und zu lassen ist, öffentlicher (Bau)Raum wird zu zumindest 50% in Privathände überführt (mit Hilfe der GAF womöglich nur zu 49%), die Stadtbau bleibt weitestgehend unkontrolliert, „Einfachwohnhäuser“ erhalten einen neuen Namen, mit partnerschaftlicher Unterstützung der traditionskonservativen Landesregierung werden „Ausländer“ weiterhin täterstrafrechtlich sonderverfolgt, Bildung bleibt selbstverständlich Ausbildung, Kultur bleibt (als Wirtschaftsfaktor) Veranstalterei und eine Kulturdebatte wird nicht geführt, das Stadtjubiläum wird teuer aber peinlich, usw. Freiburg bleibt Freiburg bleibt Freiburg.

The Necessary Tendency

https://www.youtube.com/watch?v=8swnUuYnqsw

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